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Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien
vom 10. Januar 1997
 
Gutachten erstellt im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirschaft und Forsten
Referat Tierschutz
 
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muß dieses seiner Art und seinen Bedürfnis­sen ent­sprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen; er darf die Mög­lichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, daß ihm Schmer­zen oder ver­meidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden (§ 2 des Tierschutzgesetzes).
 
Deshalb müssen vor dem Kauf eines Reptils Kenntnisse über die Biologie der betreffenden Art und die sich daraus ergebenden Haltungsanforderungen erworben sowie ein Terrarium für seine artge­mäße Haltung vorbereitet werden. Dem Erwerb von Nachzuchten ist grundsätzlich der Vorzug zu geben. Arten, die der fachlich informierte (sachkundige) An­fänger halten kann oder die nur der Spezialist halten soll, sind im Gutachten besonders gekenn­zeich­net. Alle nicht oder als „nur für den Spezialisten geeignet“ gekennzeichneten Arten sowie alle Chamäleons eignen sich nicht für den „Einstieg“ in die Reptilienhaltung.
 
Das Gutachten soll und kann das Studium entsprechender Fachliteraur nicht ersetzen und ist als alleinige Quelle für den Erwerb von Wissen über die Reptilienhaltung nicht geeignet.
 
Die Angaben im speziellen Teil entsprechen dem derzeitigen Erkenntnisstand; sie sollen in regel­mäßigen Abständen auf ihre Aktualität überprüft und erforderlichenfalls überarbeitet werden.
 
1. allgemeiner Teil

1.   Klimatisierung und Beleuchtung
Reptilien sind wechselwarme (ectotherme) Tiere, deren Lebensfunktionen in hohem Maße von den Umweltbedingungen abhängen. Demzufolge ist eine den natürlichen Verhältnissen entsprechende Klimatisierung der Ge­hege für ihre erfolgreiche Pflege und Zucht von ent­scheidender Bedeutung. Um das zu gewährleisten, ist entsprechend der artspezifischen Be­dürfnisse in der Regel ein Tempera­turgefälle im Haltungssystem und eine Nachtabsen­kung der Umgebungstemperatur notwendig. Die Spann­breite dieser Minimal- und Maxi­mal­temperatur sowie die Vorzugstemperatur können sehr verschie­den sein; Hinweise dazu werden im speziellen Teil gegeben. Insbesondere muß berück­sichtigt werden, daß viele Reptilien thermoregula­torische Verhaltensweisen besitzen, die es ihnen ermöglichen, wäh­rend der Aktivität eine mehr oder weniger kon­stante Körpertemperatur (auch als „Betriebstemperatur“ bezeichnet) aufrecht zu erhal­ten.
Für bestimmte Arten ist auch die mit Licht gekoppelte Strahlungswärme wichtig. Auf die Verwendung geeigneter Lampen/Leuchtstoffröhren und die sachgerechte Anbrin­gung ist zu achten (u. a. wegen Verbrennungsgefahr). Die Beleuchtungsintensität hat für die Aktivi­tät, die Färbung und die Gesund­heit Be­deutung.
 
Zwei weiterere wichtige Faktoren für die Gesunderhaltung der Reptilien sind die Luft- und die Substratfeuchtigkeit. Einzelheiten sind im speziellen Teil dargelegt.
 
Alle Umweltfaktoren sollen den natürlichen Verhältnissen der Herkunftsbiotope weitestge­hend entsprechen. Dabei muß berücksichtigt werden, daß nicht nur das Makroklima, d. h. die aus einem Klimaatlas gewonnenen Daten, sondern vor allem das Mikroklima, das mit­unter erheblich vom Makroklima abweichen kann, für die Gesundheit und das Wohlbe­fin­den entscheidend ist.
Geeignete Geräte zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit müssen vorhanden sein.
 
2.   Ernährung
Zu gewährleisten ist eine der jeweiligen Art adäquate Ernährung. Das eingesetzte Fut­ter muß einen den Ernährungsbedürfnissen entsprechenden Gehalt an Vitaminen, Mine­ralien und Bal­laststoffen aufweisen. Für Möglichkeiten einer artgemäßen Wasserauf­nahme ist zu sorgen.
 
3.   Terrariengestaltung
Die Gehegegestaltung bzw. die Infrastruktur des künstlichen Lebensraumes muß sich an den Bedürfnissen der zu pflegenden Art orientieren (z. B. Graben, Wühlen, Klet­tern, Schwim­men). Zu den wichtigsten Mindestausstattungen gehören:
 
           -    geeignetes Bodensubstrat in genügender Höhe,
           -    Versteckmöglichkeit,
           -    eventuell Wasserbecken, Badebecken,
           -    eventuell Klettermöglichkeiten (Felsen, Äste, Zweige) in geeigneter Größe und Di­men­sion,
           -    eventuell Bepflanzung zur Herbeiführung eines geeigneten Mikroklimas, als Ver­steck­möglichkeit u. a.,
           -    bei Haltung geschlechtsreifer eierlegender Weibchen spezielle Eiablagemöglichkeit.
 
Sichtschutzeinrichtungen innerhalb eines Geheges oder zwischen einzelnen Gehegen kön­nen erforderlich sein.
 
4.   Vergesellschaftung
Um sozialen Streß bei Paar- und Gruppenhaltung zu vermeiden, muß auf die natürliche So­zial­struktur geachtet werden, wobei im Terrarium jedoch nicht immer die natürliche Sozi­alstruk­tur, z. B. mit einem dominanten und mehreren rangniederen Männchen in einer Gruppe, möglich ist. Auch müssen indivi­duelle Unterschiede der Tiere bei der Vergesell­schaftung berück­sichtigt werden. Es kann er­forderlich sein, mehrere Futter­stellen ein­zu­richten.
 
Eine Vergesellschaftung verschiedener Arten mit gleichen Biotopansprüchen ist mög­lich; die Tiere dürfen sich jedoch gegenseitig nicht negativ beeinflussen.
 
5.   Terrariengröße
Allgemeingültige Angaben zur Gehegegröße können nicht gemacht werden. Die Maße sollten sich auf die Kopf-Rumpf-Länge, Körperlänge oder Panzerlänge beziehen und den natürlichen Bewegungsbedarf angemessen berücksichtigen. Im speziellen Teil werden dazu Richtwerte genannt.
 
Sind bauliche Veränderungen zur Erfüllung der Richtwerte nötig, so ist dies bei der Festle­gung von Übergangszeiten entsprechend zu berücksichtigen. Bei größeren Um- und Neu­bauten ist von ca. 5 Jahren, von Planungsbeginn an, auszugehen.
 
6.   Pflege
Eine artgemäße Pflege schließt Grundnormen der Sauberkeit und Hygiene, eine regel­mä­ßige Gesundheitskontrolle und erforderlich werdende Behandlungsmaßnahmen ein.
 
7.   Sonderbedingungen
Für Quarantäne und Behandlung erkrankter Tiere sowie bei der Simulation von Ruhe­pha­sen und der Aufzucht von Jungtieren können besondere Haltungsbedingungen erforderlich sein.
Für die vorübergende Haltung von Reptilien im Groß- und Einzelhandel sind die unter Punkt III.1 aufgeführten Ausnahmen bei der Raumzumessung und der sozialen Zusammen­setzung tolerierbar. Anforderungen an die Haltung im Rahmen von Reptilienbörsen sind unter Punkt III.2 dargestellt.
Sonderbedingungen für die Haltung von Reptilien in Zirkussen und Schaustellungen, ein­schließlich Wanderschaustellungen, werden abgelehnt.
 
 
 
2. spezieller Teil - Dauerhaltung
 
1. Mindestanforderungen an die Haltung von Chamäleons  
 
1. Mindestanforderungen an die Haltung von Chamäleons
Im Folgenden werden die Mindestanforderungen an die Haltung von Chamäleons beschrieben.
 
2. Mindestanforderungen an die Haltung von Echsen (ausser Chamäleons)  
 
2. Mindestanforderungen an die Haltung von Echsen (ausser Chamäleons)
Im Folgenden werden die Mindestanforderungen an die Haltung von Echsen beschrieben.
 
3. Mindestanforderungen an die Haltung von Krokodilen  
 
3. Mindestanforderungen an die Haltung von Krokodilen
Im Folgenden werden die Mindestanforderungen an die Haltung von Krokodilen beschrieben.
 
4. Mindestanforderungen an die Haltung von Schlangen  
 
4. Mindestanforderungen an die Haltung von Schlangen
Im Folgenden werden die Mindestanforderungen an die Haltung von Schlangen beschrieben.
 
5. Mindestanforderungen an die Haltung von Schildkröten  
 
5. Mindestanforderungen an die Haltung von Schildkröten
Im Folgenden werden die Mindestanforderungen an die Haltung von Schildkröten beschrieben. Sowohl Wasser- als auch Landschildkröten.
 
3. Besondere Haltungsbedingungen - vorübergehende Haltung
 
1.   Unterbringungsbedingungen für die vorübergehende Haltung von Reptilien im Groß- und Einzelhandel
 
      Die Bedingungen für die Dauerhaltung (Abschnitt II Punkte 1 bis 5 ) werden mit folgenden Modifi­kationen angewandt:
 
      Die meisten importierten Reptilienarten werden direkt der Natur entnommen und sind häufig von Parasiten befallen. Deshalb ist bei der Haltung von Wildfängen Sauberkeit oberster Grundsatz. Großhändler-Terrarien sind aus diesem Grund so hygienisch wie möglich zu un­terhalten; ästhetische Aspekte spielen bei der Ausstattung eine untergeordnete Rolle. Die Funktionalität der Ausstattung der Terrarien muß jedoch gewahrt bleiben.
 
      Bei Händlern wird erfahrungsgemäß eine größere Zahl von Exemplaren vorübergehend un­tergebracht. Deshalb kann der Platzbedarf pro Tier reduziert und gemäß der Formel für die Dauerhaltung unter Berücksichtigung der zulässigen modifizierten Besatzdichte (s.u.) und des gruppenspezifischen Geltungsbereiches (s.u.) berechnet werden. Es wird jeweils das größte Tier (KRL, GL, PL) für die Berechnungen angenommen. Große Tiere außerhalb des gruppenspezifischen Geltungsbereiches sind entsprechend den für die Dauerhaltung vorge­benen Flächenbedarf unterzubringen.
 
      [Z.B. Landschildkröten: 8 PL x ½ 8 PL. Die Formel gilt bei Privathaltern für 2 Tiere, beim Händler im Geltungsbereich von PL = 10 cm bis PL = 25 cm vorübergehend für den dop­pelten Besatz, also für 4 Tiere. Der Platzbedarf für jedes Tier ist somit ein Viertel der Flä­che, die sich aus der Formel ergibt. Für Tiere mit PL = 20 cm ergibt dies beispielsweise einen Flächenbedarf unter Händlerbedingungen von 0,32 m² pro Tier.]
 
      Richtwerte für die Mindestabmessungen der Terrarien ergeben sich aus den jeweiligen For­meln , wobei folgende absoluten Terrarien-Mindestabmessungen (Länge, Breite, Höhe) grundsätzlich nicht unterschritten werden dürfen:
 
       Schildkröten, Echsen und Schlangen:
 
       Bodenbewohner: 0,30 m x 0,20 m x 0,20 m
       Baumbewohner: 0,30 m x 0,20 m x 0,30 m
 
       Krokodile:     0,50 m x 0,30 m x 0,30 m
 
       Jungtieraufzucht: gemäß Abschnitt II. (z. B. Kleinstterrarien für die Aufzucht von Chamä­leons und Schlangen).
 
      Eine zwischenartliche Vergesellschaftung unter Händlerbedingungen ist nicht statthaft.
 
      Unverträgliche Tiere müssen abgesondert und ggf. einzeln gehalten werden, wie z.B. Cha­maeleo spp. oder Phelsuma madagascariensis. Bei Bedarf sind Sichtblenden anzubringen.
 
      Der Einzelhaltung ist in vielen Fällen wegen der Wirkung als Quarantäne-Ersatz und der Eingewöhnung an neue Haltungsbedingungen der Vorzug zu geben. Bei einer solchen vor­übergehenden Einzelhaltung kann die Grundfläche, die sich aus der jeweiligen Dauerhal­tungs-Formel ergibt, halbiert werden. Dabei darf jedoch keine der Flächenabmessungen bei Schildkröten die 1,5fache Panzerlänge, bei Echsen und Krokodilen die 2fache Kopf-Rumpf-Länge und bei Schlangen die 0,25fache Gesamtlänge unterschreiten. Die Mindesthöhe kann auf 75 % reduziert werden. Die oben angegebenen absoluten Mindestabmessungen für Terrarien dürfen dabei nicht unterschritten werden.
 
      Die Gesamtverweildauer unter eingeschränkten Bedingungen beim Groß- und Einzelhändler ist auf drei Monate zu beschränken (Nachweis z. B. anhand von Lieferscheinen oder Rech­nungen).
 
      Für eine vorübergehende Unterbringung beim Groß- und Einzelhändler kann ein Terrarium, welches den Vorgaben für die Dauerhaltung hinsichtlich der Grundfläche und der Ausstattung entspricht, mit dem doppelten bzw. 1,5fachen Besatz belegt wer­den.
 
      Die folgenden gruppenspezifischen Geltungsbereiche sind dabei zu beachten:
 
      SCHILDKRÖTEN:
      Eine vorübergehend erhöhte, doppelte Besatzdichte ist zulässig für Tiere mit Panzerlängen von 10 cm bis 25 cm, wobei Tiere unter 10 cm Panzerlänge wie 10 cm große Tiere einge­stuft werden. Für Tiere mit Panzerlängen über 25 cm gelten die Bedingungen für die Dau­erhaltung.
 
      ECHSEN:
      Eine vorübergehend erhöhte, 1,5fache Besatzdichte ist zulässig für Tiere mit Kopf-Rumpf-Längen von 10 cm bis 25 cm, wobei Tiere unter 10 cm Kopf-Rumpf-Länge wie solche ein­gestuft werden, die eine KRL von 10 cm haben. Für Tiere mit Kopf-Rumpf-Längen über 25 cm gelten die Bedingungen für die Dauerhaltung.
 
      Bei allen Arten von Geckos und Anolis, die aufgrund ihrer Haftlamellen die Terrarienwan­dungen nutzen können, kann vorübergehend eine doppelte Besatzdichte erfolgen.
 
      Das Territorialverhalten von Phelsumen und die damit einhergehende Unverträglichkeit der Tiere wird erfahrungsgemäß kurzfristig durch höhere Besatzdichten unterdrückt. Deshalb kann beim Importeur für eine Zeit von zwei Wochen nach der Einfuhr die Besatzdichte bei Phelsumen auf das 3fache gesteigert und der Geltungsbereich auf eine Kopf-Rumpf-Länge von 5 cm erweitert werden. Diese Sonderregelung gilt naturgemäß nicht für den Einzelhan­del.
 
      KROKODILE:
      Eine vorübergehend erhöhte, doppelte Besatzdichte ist zulässig für Tiere mit Kopf-Rumpf-Längen von 10 cm bis 25 cm. Für größere Tiere gelten die Bedingungen für die Dauerhal­tung. Sofern ein Aqua-Terrarium z.B. mit einem Gitter abedeckt ist, genügt eine Mindest­höhe von 2 Kopf-Rumpf-Längen.
 
      SCHLANGEN:
 
      Eine vorübergehend erhöhte, 1,5fache Besatzdichte ist zulässig für Tiere mit Gesamtlängen von 50 cm bis 150 cm. Tiere, die kleiner als 50 cm sind werden wie diese eingestuft. Für Tiere mit Gesamtlängen von mehr als 150 cm gelten die Bedingungen für die Dauerhaltung.
 
 
2.   Bedingungen für die Durchführung von Reptilienbörsen
      Das Anbieten von Reptilien außerhalb von Zoofachgeschäften ist nur im Rahmen von organi­sierten Reptilienbörsen zu akzeptieren. Sie werden als Forum für einen direkten Kontakt zwi­schen Amphibien- und Reptilienzüchtern und interessierten Terrarianern oder allgemein Inter­essierten durchgeführt. Sie sind als unmittelbarer Austausch von Tieren und Informationen zwi­schen den Züchtern und zwischen Züchtern und Einsteigern in die Reptilienhaltung gedacht.
      Zielsetzung dieser Reptilienbörsen ist, den Massenimport von Wildtieren einzudämmen und zu selbsterhaltenden Populationen in menschlicher Obhut beizutragen.
 
      Folgende Voraussetzungen müssen gegeben sein:
 
      1.   Für den An- und Abtransport und auch für die zeitweise Unterbringung von nicht ausge­stellten Exemplaren sind thermostabile Behälter, z. B. Kühlboxen, Styroporboxen o. ä., zu verwenden. Erforderlichenfalls sind diese Behältnisse durch Wärmeakkus oder -flaschen zu temperieren. Die Dauer von Reptilienbörsen ist auf maximal 10 Stunden zu beschränken.
 
 
      2.   Für jedes angebotene Tier sind folgende Angaben sichtbar auszulegen
           a)   deutscher Name,
           b)   wissenschaftlicher Name,
           c)   Herkunft: Nachzucht/Wildfang,
           d)   Geschlecht: 1,0/0,1/0,01
           e)   Schutzstatus: WA I, WA II, BArtSchV o. ä.
     
      3.   Die Behältnisse müssen folgenden Mindestanforderungen entsprechen:
           a)   ausreichende Lüftung,
           b)   geeignetes Bodensubstrat für die Aufnahme von Ausscheidungen,
           c)   die Größe des Behälters muß ein problemloses Wenden ermöglichen. Als Faustregel bei Echsen gilt - mindestens 1,5fache Kopf-Rumpf-Länge -,
           d)   die Betrachtung der Tiere soll nur von einer Seite oder von oben möglich sein,
           e)   jedes Tier ist einzeln unterzubringen; das gilt auch, wenn die Tiere paarweise oder als Zuchtgruppe abgegeben werden sollen.
 
      4.   In Räumen, in denen Tiere angeboten werden, ist das Rauchen zu verbieten und Zugluft zu vermeiden. Es muß für angemessene Temperatur gesorgt werden.
 
      5.   Für jedes geschützte Tier sind die Originalpapiere mitzuführen und auf Verlangen vorzule­gen.
 
      6.   Das Ausstellen von Gifttieren, die für den Menschen gefährlich sind, soll im Rahmen von Reptilienbörsen in der Regel unterbleiben; ggf. sind solche Tiere in einem gesonderten Raum, einzeln, in verschlossenen Behältern, anzubieten.
 
      7.   Das Herausnehmen von Tieren aus den Behältern ist ausschließlich im Beisein und nach Zustimmung des Besitzers gestattet, wenn dafür ein triftiger Grund vorliegt.
 
      8.   Das Beklopfen und Schütteln mit Tieren besetzter Behälter ist tierschutzwidrig.
 
      9.   Die ausgestellten Tiere sind ständig vom Besitzer oder von einer von ihm damit beauftrag­ten Person zu beaufsichtigen.
 
      10. Geschlechtsbestimmungen mit Hilfsmitteln, die Verletzungen verursachen können oder für das Tier schmerzhaft sind, sollen in der Regel nicht erfolgen bzw. sind auf ein Minimum zu beschränken.
 
Differenzprotokoll
 
Herr Wolfgang Rades (NABU Niedersachsen) gibt für den DNR, unabhängig von der sonstigen Zustimmung zu vorliegendem Gutachten, folgende Differenzen zu Protokoll:
 
1.) Der Hinweis zu Beginn des Gutachtens, wonach „dem Erwerb von Nachzuchten, grundsätzlich der Vorrang zu geben“ ist, ist von Bedeutung, reicht jedoch nicht aus:
 
Auf die Arten- und Tierschutzproblematik von Wildtiermassenimporten muß deutlich hin­gewiesen werden! Zudem sollte zumindest für die Arten, die nicht ausdrücklich als vom fachlich informierten (sachkundigen) Anfänger haltbar gekennzeichnet sind, über einen Sachkundenach­weis sichergestellt werden, daß der Halter die notwendigen Kenntnisse zu deren tiergerechter Pflege hat.
 
2.) Die Haltung großwerdender Arten von Schlangen, Leguanen und Waranen sollte ebenso, wie bei den Krokodilen geschehen, nur genehmigt werden, wenn entsprechende Anlagen auch für adulte Tiere vorhanden sind.
 
3.) Im Tierhandel sollten ähnlich, wie bei den Reptilienbörsen angeführt, am Terrarium folgende Angaben sichtbar angebracht sein:
 
           a)   Deutscher Name
           b)   Wissenschaftlicher Name
           c)   Herkunft: Nachzucht/Wildfang (aus ....)
           d)   Schutzstatus: WA I, WA II, BArtSchVO o. ä.
 
Weiterhin sollte das vorliegende Gutachten mit Hinweis auf weiterführende Literatur dem Käufer mitgegeben werden.
 
4.) Sonderbedingungen für die „vorübergehende“ Haltung von Reptilien in Groß- und Einzel­handel werden abgelehnt.
Begründung:
-    Insbesondere der Einzelhandel sollte eine Vorbildfunktion im Bereich der Tierhaltung haben.
-    Die Kurzfristigkeit der Unterbringung der Tiere ist kaum kontrollierbar.
-    Wildtiermassenimporte sind sowohl aus Tierschutz- wie auch aus Artenschutzgründen abzuleh­nen und sollten nicht durch Sonderkonditionen für Importeure begünstigt werden.
 
 
 
 
Differenzprotokoll des Deutschen Tierschutzbundes zu dem Gutachten „Mindestanforderungen an die Haltung von Reptilien“
 
 
Der Deutsche Tierschutzbund gibt unabhängig von der sonstigen Zustimmung zu vorliegendem Gutachten folgende Differenzen zu Protokoll:
 
1.   Die Haltung von Reptilien im Privathaushalt wird grundsätzlich aus Tier- und Artenschutzgrün­den abgelehnt. Die Haltung dieser Wildtiere ist auf wissenschaftlich geführte Einrichtungen zu beschränken.
 
2.   Solange es kein grundsätzliches Verbot der Reptilienhaltung im Privathaushalt gibt, hat der Halter gegenüber der zuständigen Behörde seine Sachkunde (Sachkundenachweis) und eine verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere nachzuweisen. Zu verzichten ist in jedem Fall auf die Privathaltung von Arten, die besonders groß und alt werden, auf Nahrungsspezialisten wie zum Beispiel Tierarten, die nur lebende Nahrung akzeptieren sowie auf die Haltung von Arten, die in ihrem Bestand gefährdet sind. Entnahmen von Wildtieren aus ihren angestammten Le­bensräumen werden generell wegen der damit verbundenen Tier- und Artenschutzprobleme ab­gelehnt.
 
3.   Die im Gutachten genannten Gehegegrößen und Mindestanforderungen für die Dauerhaltung von Reptilien sind nicht ausreichend. Eine verhaltensgerechte Unterbringung der Tiere und art­gerechte Bewegungsmöglichkeiten gemäß § 2 Tierschutzgesetz werden durch das Gutachten nicht garantiert. Insbesondere die Haltungsvorschriften für Meeresschildkröten und Krokodile sind ungenügend. Unter den Haltungsvorschriften, wie sie das Gutachten vorschreibt, werden diesen Tieren Schmerzen und Schäden zugefügt.
 
4.   Abgelehnt werden insbesondere diejenigen Regelungen und Gehegemaße im vorliegenden Gut­achten, die hinter den seit langem angewendeten Mindestanforderungen verschiedener Bundes­länder bei der Erteilung von Tiergehegegenehmigungen und des Bundesamtes für Naturschutz bei der Prüfung von Einfuhranträgen zurückbleiben.
 
5.   Sonderregelungen für Zoofachgeschäfte werden abgelehnt. Mindestanforderungen stellen Mini­malanforderungen dar, die keinesfalls unterschritten werden dürfen. Werden die hier aufgeführ­ten Tierarten in einem Zoofachgeschäft angeboten, sind die Mindestanforderungen des Gut­ach­tens anzuwenden. Der Zoofachhandel ist selbst nach eigener Aussage nicht in der Lage, die Verweildauer eines Einzeltieres zu kontrollieren.
 
6.   Sogenannte Reptilienbörsen werden generell abgelehnt.